Fragen zu Hebräer 3,1 und den Themen Heilsverlust, Abfall vom Glauben und der Bedeutung des Ausdrucks “Teilhaber himmlischer Berufung”

Frage

Bibelstelle: Heb 3,1
Der Autor des Hebräerbriefes nennt die Adressaten in 3,1 „heilige Brüder“ und sagt zu ihnen, dass sie „Genossen der himmlischen Berufung“ seien. Wie muss man diesen Vers verstehen, wenn wir behaupten, dass unter den hebräischen Christen solche waren, die nicht wirklich wiedergeboren waren? Wenn solche Personen nur dem Bekenntnis nach Gläubige waren, wie kann der Autor diese Christen dann als „heilige Brüder“ ansprechen? Wie können Gläubige (die nicht wiedergeboren sind) „Teilhaber“ der „himmlischen Berufung“ sein?

Antwort

Im Hebräerbrief wurden Juden angesprochen (= Hebräer), die an den Messias glaubten. Der Autor ging davon aus, dass es sich bei den Adressaten zur Hauptsache um echte Gläubige handelte, die von ganzem Herzen an den Messias glauben. Aber, sagt der Hebräerbrief, es gab bei einigen Zweifel, ob sie wirklich echt waren. Diese wurden aufgerufen, ganz durchzudringen. Jetzt muss man beachten, dass Hebräer 3,1 mit dem Wortlaut „daher, heilige Brüder, Genossen der himmlischen Berufung“ ganz klar wahre Gläubige anspricht. Die Einschränkung kommt erst in Vers 6, wenn er sagt: „Christus aber als Sohn über sein Haus, dessen Haus wir sind, wenn wir nämlich die Freimütigkeit und den Ruhm der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten.“

In Hebräer 3,1-6 wird erklärt: Die Stiftshütte, über die Mose gesetzt war, ist ein Bild der Gläubigen. Sie bilden zusammen das geistliche Haus, über das Christus gesetzt ist. Dann folgt aber die Warnung aufzupassen, denn nur die Menschen sind dieses geistliche Haus, die auch wirklich den Glauben bis zum Ende festhalten. Die wahren Wiedergeborenen werden nämlich von Gott bis zum Schluss bewahrt werden (siehe 1. Petrus 1,5).

Im Gleichnis vom 4-fachen Ackerboden in Lukas 8,5-15 fällt von dem guten Samen auf steinigen Grund. Das spricht von Menschen, die zwar für eine Zeit glauben, bei Schwierigkeiten aber wieder davon abfallen. Die wahren Gläubigen werden durch Gott bewahrt, so dass sie ihr Ziel erreichen werden. Hebräer 3,6 sagt also, dass wir Teil des Hauses Gottes, der Stiftshütte des Messias, sind, wenn wir uns wirklich als echte Gläubige erweisen, indem unser Glaube bis zum Ende durchhält. Beachten wir, dass er nicht sagt: Falls wir bis zum Ende standhalten, werden wir dann sein Haus sein. Nein, wir sind jetzt sein Haus, falls wir bis zum Ende standhalten.

Jemand, der nicht bis zum Ende im Glauben festbleibt, war also nie Teil seines Haus. Er gehörte nie dazu. Ähnlich drückt sich Hebräer 3,14 aus: „Denn wir sind Genossen des Christus geworden, wenn wir wirklich den Anfang der Zuversicht bis zum Ende standhaft festhalten.“ Hier sind wir „Genossen des Christus“, und in Vers 1 entsprechend „Genossen der himmlischen Berufung“. Wenn wir bis zum Ende im Glauben festhalten, ist das unsere Position. Wieder wird nicht gesagt, dass wir erst in der Zukunft „Genossen des Christus“ sein werden, falls wir uns Mühe geben und bis zum Ende festhalten. Nein! Diese Stelle sagt, dass wir heute Genossen des Christus heute sind. Wenn wir nicht bis zum Ende festhalten, dann waren wir nie Genossen des Christus. Die Verse in Hebräer 6 und Hebräer 10 über solche, bei denen Zweifel besteht, ob sie echte Gläubige sind, liegen auf derselben Linie. Die Erklärung dazu ist: Wenn man nur die Erkenntnis bekommen hat, nur geschmeckt hat und dann schließlich definitiv abfällt, dann war man nie ein echter Gläubiger.

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