Beim Leben Abrahams sind wir bei Kapitel 17 angelangt. 1. Mose 17,1-22 beschreibt, wie Gott dem Abraham im Alter von 99 Jahren erscheint, sich als „El Shaddai“ (Gott der Allmächtige) vorstellt und den Bund mit ihm erneut bekräftigt. Gott ändert Abrams Namen („erhabener Vater“) in Abraham („Vater einer Menge“) und verspricht ihm unzählige Nachkommen, darunter auch Könige, und sichert ihm das Land Kanaan als ewigen Besitz zu. Zudem führt Gott die Beschneidung als Bundeszeichen ein und kündigt an, dass Sarah einen Sohn namens Isaak gebären wird.
Zwischen Kapitel 16 und 17 liegt eine Lücke von 13 Jahren. In Kapitel 16 war Abraham 86 Jahre alt, als Hagar ihm Ismael gebar, und in Kapitel 17 ist er nun 99 Jahre alt. Der Grund für dieses Schweigen Gottes über so lange Zeit liegt darin begründet, dass Abraham durch die Heirat mit Hagar gegen die göttliche Schöpfungsordnung verstoßen hatte.
Polygamie wird nirgendwo im Alten Testament erlaubt , sondern von Anfang an sah die Schöpfungsordnung die monogame Ehe vor. Der Schlüsselvers dazu ist 1. Mose 2,:24. Dieser wird u.a. in Matthäus 19,4-5 von dem Herrn Jesus zitiert. Damit bestätigt der Herr diese Ordnung bestätigt und präzisiert durch Verwendung des Zahlworts zwei, nämlich „die zwei werden ein Fleisch sein“, dass diese Eheordnung tatsächlich von Anfang an die Ehe von genau zwei Personen meint. Der erste in der Bibel erwähnte Fall von Polygamie war Lamech in 1. Mose 4,19, ein gottloser Mann. Abrahams Entscheidung, Hagar zu heiraten, zeigt, dass nach zehn Jahren des Wartens auf die verheißene Nachkommenschaft Abrahams Glaube schwach wurde.
Die weitreichenden Konsequenzen dieser Entscheidung sind unter anderem, dass aus Ismael die ismaelitischen Stämme in Saudi-Arabien entstanden. Aus ihnen ging später Mohammed hervor, der den Islam begründete. Der daraus resultierende Israel-Hass ist somit eine Folge von Abrahams Unglauben.
In Kapitel 17 stellt sich Gott als „El Shaddai“ vor, um zu zeigen, dass er mächtig genug ist, seine Verheißungen wörtlich zu erfüllen, ohne dass Abraham zu heidnischen Methoden greifen muss. Gott fordert Abraham auf, vor seinem Angesicht zu wandeln und „vollkommen“ (tamim) zu sein, was nicht Sündlosigkeit bedeutet, sondern ein kohärentes, nicht gespaltenes Leben.
Der Abrahamsbund wurde zuerst in 1. Mose 12,7 geschlossen, und dann mehrfach bestätigt : in Kapitel 13-14 zwischen Bethel und Ai, in Kapitel 15 durch das Ritual mit den zerteilten Opfertieren, und nun in Kapitel 17 mit der Einführung der Beschneidung. Eine vierte Bestätigung folgt später in Kapitel 22 bei der Opferung Isaaks. Der Bund wird auch gegenüber Isaak (Kapitel 26) und Jakob (Kapitel 28 und 35) nochmal von bestätigt. Das bedeutet, dass dieser Bund somit insgesamt sieben Mal von Gott erwähnt wird.
Die liberale Theologie teilt die Fünf Bücher Mose in verschiedene Quellen (J, E, P, D) auf und datiert ihre Entstehung ins erste Jahrtausend v. Chr. datiert. Das steht aber völlig im Widerspruch zur Struktur des Bundesschlusses in 1. Mose 17 aus Präambel, Loyalitätsversprechen und den Verpflichtungen beider Parteien; das entspricht genau dem Stil der hethitischen Verträge im zweiten Jahrtausend v. Chr., was konsequente biblische Chronologie unterstützt.
Die Landverheißung ist von großer Bedeutung: Das ganze Land Kanaan soll ein ewiger Besitz für Abrahams Nachkommen sein.























