Römer 2,6 beinhaltet die Lehre über Gottes Gerechtigkeit gegenüber Heiden und Juden. Die Kapiteleinteilung der Bibel wurde erst im Mittelalter eingeführt und passt nicht immer gleich gut. Römer 2 schließt sich direkt an Römer 1 an; dort geht es um die Heidenvölker, die sich von Gott abgewandt haben.
Eine wichtige Frage dieses Abschnitts ist diese: Wie können Menschen ohne Zugang zur Bibel gerettet werden? Gott spricht schon immer durch die Schöpfung und das Gewissen zu allen Menschen. Das ist das „Mindestevangelium“, das in der Bibel auch das „ewige Evangelium“ genannt wird (Offenbarung 14:6-7). Durch diese Botschaft erkennen Menschen den Schöpfer und können zu ihm umkehren.
Zahlreiche Beispiele aus verschiedenen Kulturen werden von Roger angeführt, die trotz fehlenden Zugangs zur Bibel ein Wissen um den Schöpfergott bewahrt haben. Er erwähnt den Inka-König Pachacútec, der erkannte, dass die Sonne kein Gott, sondern ein Geschöpf ist, und zum Glauben an den Schöpfergott Viracocha zurückkehrte. Ebenso berichtet er von chinesischen Traditionen über Shangdi (den Herrn des Himmels) und von verschiedenen Bergstämmen in Südostasien wie den Karen, Lahu und Lisu, die Überlieferungen über einen Schöpfergott und ein „verlorenes Buch“ bewahrten.
Römer 2,7-11 spricht von Menschen, die durch dieses Mindestevangelium gerettet wurden, und zwar nicht durch Werke, sondern durch Glauben an den Schöpfer und Umkehr zu ihm. Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person; er richtet sowohl Juden als auch Heiden nach dem gleichen Maßstab. Juden und Menschen mit Zugang zur Bibel tragen jedoch eine größere Verantwortung.
Gott spricht durch das Zeugnis der Schöpfung und das Gewissen zu allen Menschen, sodass sie „ohne Entschuldigung“ sind (Römer 1,20). Obwohl das Mindestevangelium zur Rettung ausreichen kann, ist es den-noch der Auftrag der Christen, das volle Evangelium allen Völkern zu bringen.
[00:00:00] Einführung zu Römer 2,6 und Zusammenhang mit Römer 1
Ab Römer 1,18 spricht Paulus über die Völker der Welt, die die Bibel nicht kennen und sich von Gott abgewandt haben. Zur Zeit Jesu wurden Bibelstellen durch charakteristische Inhalte identifiziert, wie im Beispiel „im Dornbusch“ (2. Mose 3).
[00:04:09] Gottes Gerechtigkeit gegenüber allen Menschen
Paulus spricht in Römer 2 den einzelnen Menschen aus den Heidenvölkern an. Gott zieht alle Menschen und wirkt an ihren Herzen, damit sie errettet werden können. Auch Menschen ohne Bibel können durch den Glauben an den Schöpfergott und durch Bekenntnis ihrer Schuld gerettet werden. In den Versen Römer 2,7-11 wird beschrieben, wie Gott denen ewiges Leben gibt, die „mit Ausharren in gutem Werk, Herrlichkeit und Ehre und Unvergänglichkeit suchen“, während die Streitsüchtigen und der Wahrheit Ungehorsamen Zorn und Grimm erfahren werden.
[00:10:51] Das „ewige Evangelium“ in Offenbarung 14
Man kann es als eine Art „Mindestevangelium“ bezeichnen und das mit dem „ewigen Evangelium“ aus Offenbarung 14,6-7 vergleichen. In der zukünftigen großen Drangsal wird ein Engel allen Nationen, Stämmen und Sprachen verkündigen: „Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen; und betet den an, der den Himmel und die Erde gemacht hat.“ Dies ist das grundlegende Evangelium, das zu allen Zeiten zugänglich war.
[00:17:19] Gottes Zeugnis an die Heidenvölker
In Apostelgeschichte 14,15-17 spricht Paulus zu Heiden in Lystra und stellt den Schöpfergott vor, der sich „sich doch nicht unbezeugt gelassen hat, indem er Gutes tat und … vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gab“. Ebenso wird Apostelgeschichte 17,24.27 angeführt, wo Paulus in Athen über den Gott spricht, „der die Welt und alles darin gemacht hat“ und die Grenzen der Völker bestimmt hat, „damit sie Gott suchen“.
[00:38:14] Beispiele aus verschiedenen Kulturen: Inka-Reich
Der Sprecher illustriert seine Auslegung mit dem Beispiel des Inka-Königs Pachacútec (1438-1471), der den Sonnengott Inti verehrte, aber durch Beobachtung erkannte, dass die Sonne nur ein Geschöpf sein konnte. Er kehrte zur Verehrung von Viracocha, dem Schöpfergott, zurück und erfuhr, dass dieser durch sein Wort schuf, Richter ist und zur Vergebung bereit ist. Leider beschränkte Pachacútec diese Erkenntnis auf die herrschende Klasse und teilte sie nicht mit dem Volk.
[00:45:45] Beispiele aus verschiedenen Kulturen: China
Missionare entdeckten im 19. Jahrhundert in China, dass hinter dem Ahnenkult und Okkultismus das Wissen um Shangdi, den Herrn des Himmels und Schöpfergott, verborgen war. Die alten Chinesen im zweiten Jahrtausend v.Chr. verehrten Shangdi als Schöpfer, der nicht durch ein Bild dargestellt werden durfte. Später verboten die Kaiser dem Volk, Shangdi anzubeten, was zu einem religiösen Vakuum führte, das durch Konfuzianismus, Taoismus und Buddhismus gefüllt wurde.
[00:49:31] Beispiele aus verschiedenen Kulturen: Bergstämme in Südostasien
Verschiedene Bergstämme in China, Thailand und Burma, wie die Karen, Lahu und Lisu, bewahrten trotz ihrer animistischen Religionen eine Überlieferung von einem „verlorenen Buch“ des Schöpfergottes. Sie glaubten, dass eines Tages Menschen kommen würden, um ihnen dieses Buch zurückzubringen. Als Missionare mit der Bibel zu ihnen kamen, bekehrten sich Tausende. Traditionelle Gesänge der Karen über „Yahwe“ weisen erstaunliche Parallelen zur biblischen Lehre über Gott als den Schöpfer, den Allwissenden und Vergebenden auf.
[01:00:32] Das Gewissen als Gottes Zeugnis im Menschen
In Römer 2,12-16 beschreibt Paulus das Gewissen als Gottes Zeugnis im Menschen. Die Völker ohne Gesetz (d.h. ohne Bibel) zeigen „das Werk des Gesetzes geschrieben in ihren Herzen“, wobei ihr Gewissen mitzeugt. In Prediger 3,11 schrieb Salomo auf, dass Gott „die Ewigkeit“ in das Herz jedes Menschen „gelegt“ hat, sodass der Mensch eine tiefe Ahnung von der Ewigkeit und mehr als nur diesem Leben hat.
[01:05:14] Zusammenfassung und Ausblick
Römer 1 und 2 zeigen uns, wie Gott zu allen Menschen spricht: Durch das Zeugnis der Schöpfung, das so eindrücklich ist, dass der Mensch „ohne Entschuldigung“ ist, und durch das ins Herz gelegte Gewissen. Durch dieses „ewige Evangelium“ konnten Menschen aus allen Nationen gerettet werden. Dennoch bleibt der Auftrag, allen Völkern das volle Evangelium zu bringen. Beim nächsten Mal geht es mit Römer 2,17 weiter, wo Paulus über die Menschen spricht, die die Bibel hatten und daher eine noch größere Verantwortung tragen.













