Das 1. Buch der Könige beginnt mit einem David, der mit 70 Jahren am Ende seiner Kräfte ist – bettlägerig, frierend, nicht mehr in der Lage, seine Königsaufgaben wahrzunehmen. Neben biblischen Altersangaben und dem Kontrast zu Kaleb, der mit 85 noch kampfbereit war, wird die Frage gestellt, was ein Leben prägt und wie es altert.
Während David darniederliegt, schmiedet sein Sohn Adonia bereits Pläne zur Machtübernahme. Mit Wagen, Reitern und geschickt geführten Hinterzimmergesprächen gewinnt er den General Joab und den Hohenpriester Abjathar für sich – ein Beispiel dafür, wie Sprache Loyalitäten verschieben kann. Auf der anderen Seite stehen Zadok, Benaja, Nathan und die Helden Davids, die sich nicht einspannen lassen.
Die Figur Zadoks öffnet dabei einen langen heilsgeschichtlichen Bogen: Seine Treue begründet eine Priesterlinie, die den salomonischen Tempel prägt, durch die Makkabäer illegal unterbrochen wird – und lautekiel 40–48 im tausendjährigen Reich wieder zum Zug kommt.
Eingewoben sind Beobachtungen zur Erziehung, zur Polygamie als biblisch dokumentiertes Scheitern, zur Macht der Sprache und – mit einem Seitenblick auf Epheser 2 – zu dem kleinen hebräischen Wort we, das je nach Kontext Kontinuität oder scharfen Gegensatz anzeigt.
- 00:00 Übergang von 2. Samuel zu 1. Könige 01:24 David am Ende seiner Kräfte – Abishag die Sunamitin
- 02:20 Wie alt war David? Rechnung aus 2. Samuel 5
- 05:00 Psalm 90: Mose über Lebenserwartung und Zeit
- 09:13 Kaleb mit 85 – der Kontrast zu David
- 11:47 Warum David so früh alt wurde: Ehebruch und Familiendramen
- 16:24 Adonijas Aufstand: „Ich will König werden“
- 22:08 Die Macht der Worte – Paulus und Barnabas in Lystra
- 26:45 Das Wörtlein „Aber“ – von 1. Mose 3 bis Epheser 2
- 34:21 Zadok, Benaja und Nathan: Treue zu David
- 35:59 Die Zadok-Priesterlinie durch die Heilsgeschichte
- 41:20 Adonija lädt Salomo nicht ein – die Bühne ist bereitet
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