Dieser Vortrag setzt die Reihe fort.
Die zweite Säule des Calvinismus, die bedingungslose Erwählung (Englisch: „unconditional election“), muss im Licht der Bibel kritisch geprüft werden, wie es die Beröer nach dem Bericht in der Apostelgeschichte taten (Kapitel 17,11).
Die Lehre der bedingungslosen Erwählung besagt, dass Gott bestimmte Menschen erwählt hat, ohne dass dies von irgendeinem Faktor – auch nicht von Gottes Vorherwissen – abhängig war. Das klingt irgendwie geheimnisvoll und ist biblisch nicht nachvollziehbar. 1. Petrus 1,2 besagt klar, dass die Auserwählung nach der Vorkenntnis (griechisch „Prognosis“) Gottes geschah. Das Beispiel der Wetterprognose zeigt: Vorkenntnis bedeutet, im Voraus zu wissen, was geschehen wird, ohne es zu beeinflussen. Gott hat also nicht etwas bewirkt, sondern im Voraus erkannt, wie der Mensch auf seinen Ruf reagieren wird. Römer 8,29 zeigt eine „Goldene Kette“ von Ereignissen – Zuvorerkennen, Zuvorbestimmen, Berufen, Rechtfertigen, Verherrlichen – wobei das Zuvorerkennen dem Zuvorbestimmen und damit der Auserwählung vorausgeht. Dies widerspricht der calvinistischen Lehre der bedingungslosen Erwählung. Weitere biblische Stellen und der Gebrauch des Wortes „Prognosis“ in der Septuaginta und altgriechischen Literatur untermauern, dass es ausschliesslich „im Voraus wissen“ bedeutet und nicht „liebevolles Sich-Zuwenden und Festlegen“, wie es Calvinisten interpretieren, um ihre Lehre zu stützen.
Gott liebt alle Menschen und möchte alle zur Buße führen. Johannes 3,16 belegt dies unmissverständlich. Gott hat uns als eigenständige Wesen mit freiem Willen geschaffen, die sich aus Liebe für ihn entscheiden sollen. Gottes Allwissenheit erstreckt sich auch darauf, zu wissen, was geschehen wäre, wenn bestimmte Bedingungen anders gewesen wären, wie die Beispiele von Tyrus, Sidon, Chorazin und Sodom zeigen.























